Studienplatzklage Master-Studienplatz

Wichtiges vorab zusammengefasst

Bologna Prozess

Aufgrund der Einführung der Bachelorstudiengänge und Masterstudiengänge herrscht bei den Hochschulen bzw. Universitäten zum Teil Rechtsunsicherheit.



  • Durch den Bologna Prozess haben sich die Rahmenbedingungen zum Einklagen eines Studienplatzes partiell deutlich verbessert. Nur in einigen wenigen Studiengängen wie Rechtswissenschaften (Jura) oder Medizin wehren sich die Verantwortlichen bis heute erfolgreich gegen eine vollständige Umstellung des Studienganges.

Nichtige Rechtsvorschriften

Eine Vielzahl der den Studiengängen zu Grunde liegenden Rechtsvorschriften sind rechtswidrig und somit (teil)nichtig.




  • Aufgrund des erheblichen Aufwandes der Umstellung auf die Masterstudiengänge wurden in großem Umfang Rechtsvorschriften geschaffen, die rechtswidrig und damit angreifbar sind. Daher sind die Chancen, sich in einen Masterstudiengang erfolgreich einzuklagen, tendenziell hoch. Wir haben bereits diverse derartiger Verordnungen und Satzungen erfolgreich angegriffen.

Innerkapazitäre und außerkapazitäre Studienplätze

Bei Studienplatzklagen in Bechelorstudiengängen und Masterstudiengängen ist oft eine Studienplatzklage in Bezugnahme auf innerkapazitäre und außerkapazitäre Studienlätze empfehlenswert.

  • Wegen der oft rechtswidrigen Rechtsvorschriften im Rahmen der Masterstudiengänge kann es geschickt sein, die Studienplatzklage auf die innerkapazitären und die außerkapazitären Masterstudienplätze zu beziehen. Die Rechtsprechung im Bereich der Masterstudiengänge entwickelt sich rasant und ist nicht sehr gefestigt. Gerade insoweit entwickeln wir die Rechtsprechung in diesem Bereich mit unserer fachlichen Expertise in besonderem Umfang mit und erhöhen Ihre Chancen zum Erhalt eines Masterstudienplatzes.

Studienplatzklage nach dem Bologna Prozess

Durch den Bologna Prozess haben sich die Rahmenbedingungen zum Einklagen eines Studienplatzes partiell deutlich verbessert. Die im Rahmen des Bologna-Prozesses erfolgte Umstellung fast aller in Deutschland angebotener Studiengänge auf das Bachelor/Master-System ist als umfassendste Studienreform der Nachkriegsgeschichte einzustufen. Im Jahr 2010 sind 85% aller Studiengänge in Deutschland auf das zweigliedrige System umgestellt worden. Nur in einigen wenigen Studiengängen wie Rechtswissenschaften (Jura) oder Medizin wehren sich die Verantwortlichen bis heute erfolgreich gegen eine vollständige Umstellung des Studienganges.

Der enorme Umfang einer solchen Umstellung führte dazu, dass die erlassenen Zulassungsverordnungen für Masterstudiengänge teilweise fehler- bzw. lückenhaft sind. Das gilt jeweils bezüglich mehrerer Aspekte der Rechtsvorschriften, denn die Hochschulen bzw. Universtäten mussten auf mehrere Problembereiche eingehen. Zum einen musste ein Weg gefunden werden, herauszufiltern, welche Bewerber überhaupt geeignet sind, um den angebotenen Masterstudienplatz anzutreten. Zum anderen gilt es, aus den vielen Bewerbern diejenigen herauszufiltern, die einen der wenigen Masterstudienplätze erhalten sollen.

Gibt es große Unterschiede zu den „klassischen Studienplatzklagen“ ins erste Fachsemester?

Die Masterstudienplatzklagen unterscheiden sich erheblich von den klassischen Studienplatzklagen in das erste Fachsemester, denn im Zulassungsverfahren zum Masterstudienplatz muss zunächst die Eignung des Bewerbers festgestellt werden, um dann ein Auswahlverfahren zwischen den geeigneten Bewerbern durchführen zu können.

Anders als bei der Zulassung zu einem Bachelorstudiengang kommt es nur geringfügig auf die Abiturnote an. Es sind andere Faktoren maßgeblich. Das ist für die Bewerber gut, die ihr Recht auf einen Masterstudienplatz notfalls einklagen wollen. Es geht insoweit nämlich nicht nur um das Einklagen außerkapazitärer Studienplätze, sondern auch um das Einklagen innerkapazitärer Studienplätze.

Die „klassische Studienplatzklage“ ist hingegen regelmäßig darauf bezogen, dass der Bewerber einen Studienplatz außerhalb der seitens der Hochschulen bzw. Universitäten errechneten Kapazitäten zugesprochen bekommt. Es geht bei der „klassischen Studienplatzklage“ nicht darum, einen Platz im regulären Auswahlverfahren zu erhalten, denn ein solcher Versuch ist regelmäßig aussichtslos. Die Universitäten bzw. Hochschulen vergeben ihre freien Studienplätze nach von ihnen festgelegten Zulassungsverordnungen. Dabei wird fast immer ausschließlich die Abiturnote herangezogen. Diese seit Jahrzehnten gängige Praxis ist durch die Rechtsprechung vielfach bestätigt worden und es gibt insoweit kaum Unterschiede im Vergleich zu der Zeit vor der Einführung des Bachelor/Master-Systems.

Unser Vorgehen bei den „klassischen Studienplatzklagen“ in das erste Fachsemester ist deshalb überwiegend darauf beschränkt, beim Gericht einen Antrag auf Zulassung außerhalb der von den Universitäten bzw. Hochschulen errechneten Kapazitäten zu stellen und diesen im Rahmen des Eilrechtschutzes bei den Verwaltungsgerichten durchzusetzen. Wir setzten also alles daran, dass Plätze durch die Verwaltungsgerichte nachberechnet und an unsere Mandanten vergeben werden.

Sind die Erfolgsaussichten einer Masterstudienplatzklage deshalb höher einzuschätzen als bei Studienplatzklagen ins erste Fachsemester?

Die Antwort ist: JA! Bei den Master-Studiengängen gibt es kaum gefestigte Rechtsprechung und nur wenig Erfahrung in Bezug auf die Zulassungsverordnungen. Genau darin liegt der Grund, dass die Erfolgsaussichten im Rahmen einer Studienplatzklage im Bereich der Masterstudiengänge oft hoch einzuschätzen sind! Die Unsicherheiten der Universitäten und Hochschulen – aber auch der Verwaltungsgerichte – sind es, durch die uns ein größerer Spielraum gegeben ist, um dem Antragssteller zu seinem ihm zustehenden Studienplatz zu verhelfen.

Ihr Rechtsanwalt für Studienplatzklagen ist nicht nur darauf beschränkt, Plätze nachberechnen zu lassen, sondern er kann schon in einem sehr frühen Stadium in das Verfahren eingreifen.

Bei der Vergabe der Masterstudienplätze absolviert der Kandidat zunächst eine Eignungsprüfung, durch die sichergestellt werden soll, dass er zur Aufnahme des Masterstudienganges geeignet ist. Dabei stellen einige Universitäten und Hochschulen auf bestimmte Leistungen innerhalb des Bachelor-Studiums ab, während andere die Note als Kriterium heranziehen. Diese Vorgehensweise wird von den Gerichten unterschiedlich bewertet. Es die Aufgabe eines Anwalts für Studienplatzklagen, zu klären, ob die jeweilige Regelung verfassungskonform ist. Genau dafür müssen wir aber bereits die Ablehnung des innerkapazitären Antrages angehen und müssen bestimmte Fristen einhalten.

Erst nach der Eignungsprüfung kommt das eigentliche Auswahlverfahren der Universitäten und Hochschulen. In diesem Verfahren wird dann entschieden, welcher der grundsätzlich geeigneten Kandidaten einen Platz erhält. Soweit ein Antragsteller keinen Platz erhält, kann überprüft werden, ob die Auswahlsatzung rechtsfehlerhaft ist. Die bisherige Rechtsprechung ist häufig auf exakt diesen Aspekt im Verfahren ausgerichtet, weil es lange umstritten war, ob und gegebenenfalls wonach eine feste Notengrenze festgelegt werden darf.

Überwiegend anerkannt ist mittlerweile, dass eine Note von mindestens 2,5 im Bachelorstudiengang als verhältnismäßige Einstiegsgrenze gilt. Aber auch insoweit kann es Ausnahmen geben.

Daneben gibt es auch für die Masterstudiengänge zusätzlich die „klassische Studienplatzklagelage“ auf Zulassung außerhalb der festgesetzten Kapazitäten. Dann sind wieder die regulären Fristen für die außerkapazitären Anträge einzuhalten. Das bedeutet, dass auch insoweit unter Umständen schon sehr früh gehandelt werden muss, um sich alle Möglichkeiten offen zu halten. Es ist grundsätzlich empfehlenswert, zusätzlich einen Antrag auf Zulassung zum Masterstudiengang außerhalb der von den Hochschulen bzw. Universtäten errechneten Kapazitäten zu beantragen, denn dieser Antrag kann parallel zum innerkapazitären Antrag gestellt und verfolgt werden.

Die Mindestnote ist erfüllt, aber die Universität/Hochschule will den Bachelorabschluss nicht als gleichwertig anerkennen. Gibt es eine Möglichkeit das Studium dennoch zu beginnen?

Die Antwort lautet: JA. Diese Möglichkeit gibt es. Oft stellen die Universitäten bzw. Hochschulen bei der Eignungsfeststellung dezidierte Anforderungen an den Bachelor-Abschluss eines Bewerbers. Das kann dazu führen, dass beispielsweise ein Absolvent des Bachelor of Arts für Lehramt an Gymnasien von der Universtät X nicht für den Master of Educations – Lehramt an Gymnasien / Oberschulen – an der Universtät Y angenommen wird, weil sich die Universität Y bei den Vorgaben für den Masterstudiengang zu stark am Aufbau des eigenen Bachelorstudiums orientiert.

Dies scheint schon für den Laien unverständlich, denn jeder Absolvent eines Bachelors hat nach dem European Credit Transfer System zumindest 180 Credit Points erreichen müssen, um den akademischen Titel „Bachelor“ zu erhalten. Zudem wurde mit der Einführung des Bachelor/Master-Systems darauf abgezielt, dass die Anerkennung der Studienleistungen europaweit transparenter und ein Wechsel an andere Studienorte erleichtert wird.

Ein Ablehnungsbescheid mit der Begründung, dass der Bachelorabschluss nicht den Vorgaben der Wunsch-Universität bzw. Wunsch-Hochschule entspricht, ist vom spezialisierten Anwalt für Studienplatzklagen daher genau auf Rechtsfehler zu überprüfen.

Um frühzeitig eine Strategie entwickeln zu können, empfehlen wir Ihnen, sich schon vor der Bewerbung für den Masterstudienplatz an die entsprechende Hochschule bzw. Universität zu wenden und zu erfragen, ob Sie mit Ihrem Abschluss die Voraussetzungen für den Masterstudienplatz Ihrer Wahl erfüllen. Sollten Sie darauf eine negative Rückmeldung bekommen, können wir schon in diesem Stadium eine langfristig angelegte Verfahrensstrategie für Sie entwickeln, die auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist.

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